Der Gartenschläfer ist mit seiner auffallend schwarzen Kopfzeichnung, die an Zorros Maske erinnert, unverwechselbar. Er gehört zur Familie der Bilche, der sogenannten Schlafmäuse. Mehr als die Hälfte des Jahres – etwa von Oktober bis April – verbringt er im Winterschlaf. Während der Paarungszeit ab April sind die Gartenschläfer am auffälligsten: Die Weibchen signalisieren durch lautes Pfeifen ihre Paarungsbereitschaft. Die Männchen streiten sich lautstark und aggressiv um die Weibchen. Bereits im Mai werden die ersten Jungen in Baumhöhlen, Nistkästen oder ausgeräumten Vogelnestern geboren. Der Gartenschläfer ist fast ausschließlich nachtaktiv. Dann begibt er sich auf Nahrungssuche. Für den langen Winterschlaf fressen sich die kleinen Nager eine dicke Fettschicht als Vorrat und Isolation an und suchen sich frostgeschützte Fels-, Baum- und Erdhöhlen oder auch Keller und Dachböden.
Steckbrief des Gartenschläfers Aussehen Auffällige schwarze Kopfzeichnung ("Zorro-Maske"), rotbraun-grau gefärbtes Fell, Flanken und Unterseite weiß Größe Körperlänge: 12 bis 17 Zentimeter; Schwanzlänge 10 bis 14 Zentimeter Gewicht 60 bis 90 Gramm, im Winter bis über 130 Gramm Nachwuchs Nach einer Tragzeit von 21 bis 23 Tagen bringen die Weibchen vier bis sechs Junge zur Welt, mit etwa 40 Tagen sind die Jungen selbstständig. Nahrung Gartenschläfer sind Allesfresser; auf dem Speiseplan stehen v.a. Insekten, Würmer, Schnecken und Eier, aber auch Früchte, Samen und Knospen. Lebensweise Nachtaktiv, ausgedehnter Winterschlaf
Quelle: BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz / https://www.bund.net/themen/tiere-pflanzen/tiere/saeugetiere/gartenschlaefer/
PS. Zu der Familie der Bilche gehören ferner der Siebenschläfer, die Haselmaus und der Baumschläfer
Liebe Golfer/innen, liebe Naturfreunde!
Während der Gartenschläfer in Europa und weiten Teilen Deutschland selten und in seinem Bestand gefährdet ist, gibt es im Bereich Wiesbaden und im Main-Taunus-Kreis eine hohe Populationsdichte. Bei uns im Golfclub sind mittlerweile 8 bis 10 Nistkästen von diesen hübschen kleinen Nagern besetzt. Ein Charakteristikum dieser Art ist der lange Winterschlaf von 7 bis 8 Monaten. Zu dem Bild „Gartenschläfer eingerollt schlafend“ möchte ich Ihnen kurz erzählen, wie es zu dem Foto kam. Es war am 10. März 2017 als ich bei einer Nachkontrolle aus einem Nistkasten das verbliebene Nistmaterial entfernen wollte. Es sprach nichts dafür, dass in diesem Nistkasten ein fremder Bewohner eingezogen war! Der kleine Kerl fiel mit dem Nistmaterial auf den Boden und blieb dort, so wie auf dem Bild, eingerollt und schlafend liegen! Natürlich war ich erschrocken aber dennoch geistesgegenwärtig genug, das Handy zu zücken und das Foto zu machen. Dann habe ich den kleinen Kerl samt dem Nistmaterial wieder in den Nistkasten gelegt damit er die letzten paar Wochen Winterschlaf ungestört verbringen konnte.
Wenn Sie in Ihrem Garten Nistkästen haben, sollten Sie diese am besten im September reinigen. Die Vögel brüten nicht mehr, die Gärtenschläfer haben noch nicht mit dem Winterschlaf begonnen und die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Arbeit bei gutem Wetter machen können, ist groß. Wenn Sie später mit dem Reinigen der Nistkästen anfangen, müssen Sie damit rechnen, dass Sie Gartenschläfer vorfinden. Sie erkennen es daran, dass der Kasten meist bis oben hin voll mit Nistmaterial ist und die Ihnen zugewandte Seite dunkel von Kot und Urin ist. Dann den Tieren Ihren wohlverdienten Winterschlaf gönnen und den Nistkasten vorsichtig wieder schließen. Weitere Informationen zum „BUND-Projekt Gartenschläfer“ finden Sie im BUND Magazin 4/2018. Falls Sie Gartenschläfer als Schlafgäste in Ihrem Haus haben, können Sie Rat bekommen bei Susanne Schneider, BUND Hessen, Telefon: 069-677376-16. Werden Sie Teil des Projektes und teilen Sie Ihre Informationen und Erfahrungen mit den Wissenschaftlern der Senckenberg Gesellschaft und den BUND Spezialisten. Alle Bilder sind von unserem Mitglied Herrn Gerd Hardt erstellt.




GOLF & NATUR TEAM Ihr Gerd Hardt
In Kooperation mit dem DGV e.V - Deutscher Golf Verband als Dachorganisation. In Zusammenarbeit mit Bundesamt für Naturschutz und Greenkeeper Verband Deutschland e.V. sowie der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen. (DQS) Wissenschaftliche- und qualitätssichernde Begleitung durch Dr. Gunther Hardt.
Original-Beitrag als PDF: Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus)