Liebe Golfer und Naturfreunde. Wie trist die Tage zu dieser Jahreszeit auch immer sein mögen, die Natur hält auch jetzt nicht inne und präsentiert uns ihre Schönheit, wenn wir denn genau hinsehen. Nachfolgend gebe ich Ihnen einige Tipps, was es derzeit bei uns auf dem Platz zu sehen gibt.
Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) Dieses ist ein Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Hartriegel-Gewächse. Den Zusatz „roter“ trägt er wegen der Farbe der Rinde.
Roter Hartriegel
Roter Hartriegel Bahn 18
Bei uns finden Sie diesen Strauch, wenn Sie das Grün 18 Richtung Clubhaus verlassen, auf der linken Seite des Buchsbaums Weg. Das erste Bild stammt noch von 2009. Inzwischen sind die Äste teils von Flechten bedeckt und von Brombeerranken überwuchert. Größe und Umfang haben sich verändert. Dennoch kann man die Rotfärbung noch gut erkennen.
Kupfer-Birke (Betula albosinensis) Wie beim Roten Hartriegel ist die Farbe der Rinde Namensgeber bei den Arten Weißbirke und Kupferbirke. Sie sollten sich zunächst die Rinde der Weiß-Birke etwas näher ansehen, dann wird der Unterschied zur Kupfer-Birke deutlicher. Ein kleines WeißbirkenWäldchen trennt die Bahnen 5 und 6. Die Kupfer-Birke steht auf der Bahn 5, rechts auf der Höhe von Grün 15.
Weißbirke, Stamm
Kupferbirke, Stamm
Trauer-Weide (Salix babylonica) Achten Sie doch in den nächsten Wochen mal auf die Weiden. Das Gelb und Grün der Äste und Knospen wird immer intensiver. Dadurch wirkt der Baum viel präsenter. Gut zu beobachten an der Trauerweide am Schutzhäuschen der Bahn 14. Die Aufnahme zeigt eine Trauerweide im März 2007, die es leider nicht mehr gibt.
Trauer-Weide
Felsenbirne (Amelanchier) Auf dem Weg vom 18ten Grün zur Terrasse stehen auf der rechten Seite zwei Felsenbirnen. Ganz unscheinbar noch. Aber spätestens im April/Mai wird uns ihre weiße Blütenpracht wieder erfreuen. Aber damit nicht genug: Die Herbstfärbung der Laubblätter ist ebenso imposant.
Felsenbirne im Dezember
Felsenbirne im Herbstkleid
Flechten (Lichen) Die symbiotische Verbindung von Grünalgen und Pilzen ergibt die Flechte. Sehr schön zu sehen an dem Fliederbusch, der im Beet neben Caddyhalle/Putting Grün steht. Wer mehr zu dieser interessanten Lebensform mehr wissen möchte, klicke auf den angefügten Link.
B
Flechten
http://de.wikipedia.org/wiki/Flechte
Huflattich (Tussilago farfara) Das Besondere am Huflattich sind drei Dinge. Erstens, die Heilkraft bei Husten, zweitens, die frühe Blütezeit im Februar/März und drittens, dass die Blätter erst erscheinen, wenn die Blüten bereits verblüht sind. Das nachstehende Bild von der Blüte habe ich am 3. März 2004 an der Bahn 4 gemacht. Sie finden den Huflattich manchmal auch auf der Bahn 5 bei der Brücke links. Für weitere Informationen klicken Sie auf den beigefügten Link.
Huflattich
http://de.wikipedia.org/wiki/Huflattich
Haselnuss-Gemeine Hasel (Corylus avellana), Birkengewächse (Betulaceae) Die Haselnuss gehört zu den Frühblühern. Insofern ist es nicht ungewöhnlich, dass sie in mildem Klima schon Anfang Februar blüht. Sie erkennen dann die langen, männlichen Kätzchen und die kleinen, roten weiblichen Blüten. Da sich männliche und weibliche Geschlechtsorgane auf dem gleichen Baum/Stauch befinden, spricht man davon, dass er einhäusig ist. Andere Baumarten/Gewächse dagegen tragen nur weibliche oder nur männliche Blüten (zweihäusig) oder beide Geschlechtsorgane in einer zwittrigen (einhäusigen) Blüte wie man zum Beispiel bei der Tulpe perfekt sehen kann.
Haselnuss Blütenstand
Die Hundsrose, Rosa canina Während die Hundsrose uns im Sommer mit den wunderschönen rosa Blüten erfreut, zeigt sie uns zu dieser Jahreszeit ihre herrlich roten Früchte, die Hagebutten. An Bahn 17 am Weg zur Insektenwand kann man sie bewundern. Im Juni bezaubert sie dann mit ihren zartrosa Blüten.
Hagebutten der Hundsrose
Blühende Hundsrose
Winterjasmin, Jasminum nudiflorum Dieser Jasmin wird auch Nacktblütiger Jasmin genannt. Das kommt daher, weil der Jasmin schon blüht, obwohl die Blätter der Zweige noch nicht ausgetrieben haben und sie im Sprachgebrauch daher noch nackt sind. Auf dem Bild 1 vom 28. Dezember waren nur vereinzelte Blüten zu sehen. Das wird sich in den nächsten Tagen ändern und Sie können davon ausgehen, dass er dann wie auf Bild 2 aussehen wird.
Winterjasmin Ende Dezember
Winterjasmin in voller Blüte
Wilde Karde, Dipsacus fullonum, Kardengewächse Diese Ansammlung von Fruchtständen stand kürzlich noch links der gelb/roten Abschläge der Bahn 13. Auch wenn der optische Eindruck nicht sehr attraktiv ist, so können wir uns doch jetzt schon auf die schönen Blütenstände im Juli und August freuen. Im Winter erfüllen die Fruchtstände eine wichtige Funktion als Nahrungsquelle für die Samen fressenden Vögel. Allen voran der bunt gefärbte Stieglitz. Allgemein gilt, dass zu frühes Mähen von Blütenpflanzen kontraproduktiv ist. Die Pflanzen können dann nicht aussamen und die Nahrung geht für Tiere/Vögel verloren.
Wilde Karde Fruchtstände
Wilde Karde Blüte
Greifvögelnester Da die meisten Laubbäume ihr Laub überwiegend abgeworfen haben, geben sie uns den Blick frei auf die ansonsten gut versteckten Nester der Greife. Wir haben seit Jahren einen Horst auf der Bahn 17 in einer der hohen Weiden am Rand vom See. Dort brüten vor allem die Mäusebussarde. Man muss schon genau schauen, da der Horst tief in die Gabelung vom Stamm gebaut wurde. Wenn Sie sich auf der Höhe des orangefarbenen Abschlags befinden, haben Sie die beste Position.
Wir hatten im Jahr 2020 eine Brut eines Schwarzmilan Paares. Das Nest ist eher nicht so beeindruckend. Man könnte es fast als den Rest eines zusammengefallenen Nestes von Elstern halten. Hätte ich nicht die Vögel beobachtet, wäre ich wohl nicht auf die Idee gekommen, dass es sich um ein Nest der Schwarzmilane handelt. Am besten sehen können sie das Nest, wenn Sie vom Grün 8 kommen und sich auf dem Weg zur Bahn 9 befinden. Wenn Sie sich auf der Höhe vom Grün 1 befinden schauen Sie zu den Bäumen, die am Ufer auf der Seite der Bahn 17 stehen. Dort, ziemlich hoch in einem zum See geneigten Baum, befindet sich das Nest. Der Vollständigkeit halber möchte ich berichten von einem Nest der Rohrweihen, die vor ca. 10 Jahren bei uns auf dem Golfplatz gebrütet haben. Rohrweihen sind Bodenbrüter im Gegensatz zu vorgenanntem Greifen. Das Nest konnte man nicht einsehen, es war in das Schilfgebiet zwischen den Bahnen 13 und 17 gebaut. Da umfangreiche Pflegemaßnahmen den Schilfbereich verkleinert haben, werden wir wohl keine Brut mehr erleben. Das heißt aber nicht, dass sich die Rohrweihen nicht mehr bei uns aufhalten. Da Rohrweihen auch Wasservögel jagen, kann man sie sehen, wenn sie über unserem Gelände suchend kreisen. Die Portraits der Greife können Sie sich mittels des beigefügten Links ansehen. https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/portraets/index.html
Ich wünsche Ihnen viel Spaß bei Ihren Beobachtungen. Wenn Sie Fragen haben, können Sie sich gerne an mich wenden. Im Rahmen meiner Kenntnisse gebe ich Ihnen gerne Auskunft und Hinweise. Gerd Hardt Golf & Natur Team
Ende Dezember 2020
Bilder von Gerd Hardt
















In Kooperation mit dem DGV e.V - Deutscher Golf Verband als Dachorganisation. In Zusammenarbeit mit Bundesamt für Naturschutz und Greenkeeper Verband Deutschland e.V. sowie der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen. (DQS) Wissenschaftliche- und qualitätssichernde Begleitung durch Dr. Gunther Hardt.
Original-Beitrag als PDF: Es gibt viel zu sehen. Schauen wir´s uns an.