Nisthilfen im Golfclub Main-Taunus

Sehr geehrte Golfer*innen, liebe Naturfreund*innen! Die Möglichkeiten, unserer heimischen Tierwelt bei der Wohnungssuche behilflich zu sein, sind vielfältig. Auf unserer Golfanlage haben wir einige davon genutzt. Ins Auge fallen Ihnen wahrscheinlich gleich die Haussperlinge im Bereich des Clubhauses. Nicht zu Unrecht heißen sie so. Sie fühlen sich in unserer Nähe wohl und finden unter der Traufe unserer Häuser Platz für ihre Nester. Wir unterstützen sie durch 2 Nistkästen an den Seiten unseres Clubhauses. Als clevere Kerlchen nutzen sie aber auch einige alte Kunst-Schwalbennester, die irgendwann in guter Absicht angebracht wurden. Allerdings sind das Nester für Rauchschwalben, die im Inneren von Gebäuden nisten. Sie kennen das wahrscheinlich von Reitställen und landwirtschaftlichen Stallungen. Die Mehlschwalben nisten dagegen außen an den Häusern unter dem Dachvorsprung und nehmen auch Kunstnester an, die aber eine andere Form und Öffnung haben. Da aber außer den Spatzen auch der Hausrotschwanz diese „falschen“ Nester annimmt, ist das vollkommen ok.

Starenkasten *

Ganz in der Nähe vom Clubhaus und gut zu sehen von unserer Terrasse, haben wir 2 Nistkästen für Stare in den Espen platziert, die auf Höhe unseres Grüns 18 stehen. Im Herbst 2018 angebracht, wurden sie im Frühjahr 2019 bereits angenommen.

An unserer Bahn 1 gleich links stehen einige Rosskastanien, wo sich der erste Nistkasten für Meisen befindet. Die Platzierung von Nistkästen für Meisen, speziell für Blaumeisen, macht insofern Sinn, da sie Schadinsekten als Nahrung vertilgen. Und da die Rosskastanien leider sehr stark von der Miniermotte befallen werden, betreiben wir ökologische Schadinsekten Bekämpfung. Später, wenn Sie an der Bahn 14 angekommen sind, ist rechts der Rand des Platzes von weiß blühenden Rosskastanien gesäumt. Dort haben wir allein 10 Nistkästen Meisenkasten Bahn1 * angebracht. Zurück zur Bahn 1. Etwas weiter auf der Bahn in Richtung Grün, auf der linken Seite, befindet sich an einer Pappel ein Nistkasten aus Holzbeton mit Marderschutz (Vorbau). Die gleiche Art findet sich auf der Höhe des NK Bahn 2 mit Marderschutz Herrenabschlags von Bahn 2.

Allein durch die Variation des Einflugloches von 26 mm zu 32 mm macht man aus einem Kasten für Blaumeisen einen, der von verschiedenen Meisenarten, Kleiber, Trauerschnäpper, Wendehals, Gartenrotschwanz und Feldsperling genutzt werden kann. Hinzu kommen verschiedene Fledermausarten, darunter die Wasserfledermaus. Und damit sind wir auch schon bei dieser interessanten Tierfamilie innerhalb der Klasse der Säugetiere. Die einzigen Säugetiere die fliegen können! Leider sind alle ca. 23 Arten der in Deutschland vorkommenden Fledermäuse in ihrem Bestand gefährdet. Wir bieten den Fledermäusen daher an den Bahnen 2, 3 und 6 verschiedene Arten von Wochenstuben an. Es handelt sich um Flachkästen und Rundkästen. Wir sprechen von Wochenstuben, da Fledermäuse ja nicht brüten/nisten. Es sind auch nur die Weibchen, die hier ihre Jungen zur Welt bringen. Die Männchen haben sich Fledermauskasten Bahn 6 * nach der Begattung im Spätsommer/ Herbst aus dem Staub gemacht! Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass zum Zeitpunkt der Begattung keine Befruchtung erfolgt. Die Fledermaus Weibchen speichern den Samen und, hormonell bedingt, erfolgt die „Selbstbefruchtung“ im zeitigen Frühjahr des nächsten Jahres.

Hornissenkasten jetzt Bahn 5 auf dem Dach vom Toilettenhäuschen*

Links am Abschlag der Bahn 5 befindet sich das Toilettenhäuschen. Vielleicht haben Sie sich ja schon mal gewundert was für ein Kasten sich dort auf dem Dach vom Häuschen befindet. Es ist ein Kasten für Hornissen. Die Hornissen haben vor einigen Jahren angefangen, in der Damentoilette ihr Nest zu bauen. Da haben wir sie kurzerhand in den eigens für Hornissen gebauten Kasten umgesiedelt und das mit Erfolg. Zum Thema Hornissen gibt es viel zu sagen! Hier nur einige Anmerkungen!

1. Hornissen sind aggressiv - absolut verkehrt, totaler Unsinn 2. 3 Stiche für den Menschen und 9 für ein Pferd sind tödlich – absoluter Quatsch – Sie können 20 Stiche bekommen und es tut weh ist aber nicht tödlich - es sei denn Sie sind allergisch 3. Hornissen ernähren sich von Baumsäften - richtig! Und ihre Nachkommenschaft wird mit erbeutetem Fleisch (Eiweiß) von erbeuteten Schadinsekten ernährt – ökologisch super 4. Was ist eigentlich eine Hornisse? Ganz einfach: eine Hornisse ist eine Wespe die „Hornisse“ heißt, so wie z. B. die Deutsche Wespe und die Sächsische Wespe.

Zwischen den Bahnen 5 und 6 befindet sich ein kleines Birkenwäldchen, Dort befinden sich 2 Nistkästen mit Einfluglöchern von 27 bzw. 34 Millimetern. Geeignet sind diese für den Kleiber, Schnäpper, Fledermäuse und alle Arten von Meisen, darunter Sumpf-, Tannen- und Haubenmeise. Allerdings wurden die Kästen in den letzten Jahren von Gartenschläfern für ihren Winterschlaf genutzt, der bis in den April dauert. Damit waren die Kästen für Vögel nicht mehr nutzbar, da sie bis unters Dach voll sind mit wärmenden Pflanzenteilen. Wir haben deshalb dort einen speziell für Gartenschläfer konzipierten Kasten platziert. Mal sehen was passiert.

Gartenschläferkasten Bahn 5 *

Wenn Ihr Abschlag am Loch 7 deutlich zu lang geraten ist und Sie unter den Kiefer suchen, werden Sie vielleicht erstaunt sein, dort eine Röhre, befestigt auf einem starken Ast, zu sehen. Es handelt sich um eine Höhle für den Steinkauz. Die Steinkäuze bilden eine Gattung innerhalb der Ordnung der Eulen. Da Eulen keine Nester bauen, nehmen sie Höhlen zum Brüten. Die größte unserer Eulen, der Uhu, bevorzugt Öffnungen in Felswänden von Steinbrüchen. Kleinere Eulen wie der Steinkauz mit ca. 23 cm bevorzugen Baumhöhlen. Da es Baumhöhlen nur in sehr alten Bäumen gibt und alte Bäume immer seltener alt sein dürfen, helfen die Vogelfreunde mit Röhren, die für die Käuze Höhlen Steinkauzröhre Bahn10* darstellen. Wir haben im Golfclub 6 solcher Röhren. Jeweils 1 Röhre befindet sich auf den Bahnen 7, 10, 11 12. Zwei Röhren befinden sich im Bereich zwischen den Bahnen 13, 14, 17. In dem Bereich der alten Streuobstwiese, im Dreieck der Bahnen 13/14/17, befinden sich zudem 3 Kästen für Singvögel und 1 Kasten speziell für den Gartenschläfer - auch Zorro genannt. Auch auf der Höhe von Grün 14 gibt es 3 Kästen für Vögel sowie 1 Kasten für den Gartenschläfer. Kurz bevor die Golfrunde endet, gibt es an der Bahn 17 drei Objekte. Auf Höhe des Herrenabschlags rechts in der Blumenwiese haben wir eine Insektenwand von 2 ½ Metern Breite platziert. Bitte schauen Sie dort vorbei -wenn das Grün noch nicht frei ist. Sie finden dort Flyer und auf der Rückseite der Wand informatives Bildermaterial. Erwarten Sie nicht, dass es dort nur so schwirrt und summt wie an den Bienenstöcken für Honigbienen. Die Insektenwand ist für Wildbienen (Solitärbienen) und Hummeln konzipiert! Informationen dazu finden Sie in den Flyern und im Internet. Die Insektenwand *

Bereits im Februar 2009 haben wir einen Kasten für den Eisvogel am Rand vom großen See aufgestellt. Auf der Gegenseite von Bahn 8, parallel zur Bahn 17, befindet sich ein kleiner Seitenarm mit flachem Wasserstand und hohem Ufer. Ideal für den Eisvogel, der seine Brutröhre und Bruthöhle sonst mühsam selbst baut, indem er in die steile Uferwand ein waagerechtes Loch mit Schnabel und Füßen gräbt und am Ende zur Bruthöhle erweitert. Die Arbeit haben wir ihm abgenommen. Der große Kasten simuliert ein Steilwandufer und beinhaltet 2 Brutröhren mit jeweils einer Bruthöhle. Obwohl sich der Eisvogelkasten * Eisvogel bei uns fast ständig aufhält, wurde unser Angebot bisher nicht von ihm angenommen. Sie sollten dort nicht hingehen! Sie sehen den Kasten sowieso nur von der Seite und müssten sich durch hüfthohe Brennnesseln kämpfen. Ich füge ein Bild bei. Falls Sie auf Ihrem Weg zu 17. Grün den Weg rechts vom kleinen Wasserhindernis nehmen, können Sie dort in den Pappeln am Wasser 2 weitere Singvögel Kästen sehen. Informationen zu Nisthilfen und zum Thema Insekten finden Sie auf den Internetseiten der Unternehmen Schwegler und Vivara sowie beim BUNDRotenburg (Wümme) https://www.schwegler-natur.de/ https://www.vivara.de/nistkasten?utm_source=bing&utm_medium=cpc&utm _campaign=Vivara_brand_name_DE&utm_term=nistk%C3%A4sten%20vivara& utm_content=Vivara%20name%20longtail http://rotenburg.bund.net/fileadmin/bundgruppen/bcmskgrotenburg/Allgem eines/wildbienen_nisthilfen_auflage_8_klein.pdf Gerd Hardt Golf & Natur Team des GCMT e. V. Alle Bilder sind von unserem Mitglied Gerd Hardt

In Kooperation mit dem DGV e.V - Deutscher Golf Verband als Dachorganisation. In Zusammenarbeit mit Bundesamt für Naturschutz und Greenkeeper Verband Deutschland e.V. sowie der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen. (DQS) Wissenschaftliche- und qualitätssichernde Begleitung durch Dr. Gunther Hardt.

Original-Beitrag als PDF: Nisthilfen im Golfclub Main-Taunus