Die Vegetation unserer Uferbereiche – Teil 1

Der Blutweiderich (Lýthrum salicária), Familie Weiderichgewächse Der Blutweiderich tritt meist in großen Beständen auf. Er wächst vor allem auf feuchten Wiesen, in Flachmooren und in Uferbereichen von Bächen, Weihern und Seen. Er gehört zur Familie der Weiderichgewächse, deren bekannteste Art wahrscheinlich die Henna-Pflanze sein dürfte. Die Blüten sind zwittrig und werden durch Insekten bestäubt. Es gibt eine Reihe von Volksnamen, von denen ich hier nur Blutkraut und Stolzer Heinrich erwähnen möchte. Beeindruckend ist die große Anzahl der rosa-violetten Blüten, die aus 6 Kronblättern bestehen. Zusammen mit Schilf, Seggen, Rohrkolben und Weidenröschen ergibt sich daraus ein wunderschönes Bild an den Ufern unserer Gewässer.

Blutweiderich – Ufersaum

Blutweiderich -Macro-Aufnahme

Der Rohrkolben (Typha-angustifolia/latifolia), Fam. Rohrkolbengewächse Wird auch Lampenputzer oder Kanonenputzer genannt. In meiner norddeutschen Heimat haben wir den Rohrkolben „Pompesel“ genannt. Wir hatten damals, im vorigen Jahrtausend, noch keine Wachsfackeln, sondern tränkten die Kolben in Terpentin und hatten somit sehr gute und billige Fackeln. Botanisch gehört der Rohrkolben zu der Ordnung der Süßgrasartigen (Poales). Am Beispiel des Blutweiderich und des Rohrkolbens kann man sehr gut den Unterschied zwischen einhäusig-zwittrig und einhäusig- getrenntgeschlechtlich sehen. Der Blutweiderich vereint in einer Blüte die männlichen und die weiblichen Fortpflanzungsorgane, Staubblatt und Stempel, während beim Rohrkolben die männlichen Organe den oberen, dünnen Teil bilden und die weiblichen den „eigentlichen“ Kolben.

Sowohl die Befruchtung als auch die Verbreitung des Samens (Nuss) erfolgt durch den Wind. Das Rhizom, ähnlich einer Wurzel, ist essbar. Der Rohrkolben wird heutzutage gezielt zu Zwecken der Gewässerreinigung angepflanzt.

Rohrkolben (Pompesel)

Rohrkolben mit Samen und Flughaaren

Rauhaarige Weidenröschen (Epilóbium hirsútum), Familie der Nachtkerzengewächse Wie auch der Blutweiderich, liebt das Weidenröschen feuchte Standorte. Die Arten sind entfernt verwandt, denn in der Systematik der Botanik gehören die Familien der Weiderichgewächse und der Nachtkerzengewächse beide zur Ordnung der Myrtenartigen (Myrtales). Die purpurn-roten Blüten fallen sofort ins Auge, besonders vor dem Hintergrund üppig grüner Ufervegetation. Die Blütezeit geht von Ende Juni bis in den September hinein. Die Frucht ist eine längliche Kapsel, die bei Reife aufspringt und die Samen mit ihren langen Fäden freigibt. Die Verbreitung übernimmt dann der Wind.

Rauhhaariges Weidenröschen

Rauhhaariges Weidenröschen – Macro-Aufnahme

Schwanenblume (Butomus umbellatus), Familie Schwanenblumengewächse Obwohl diese Blume von großer Schönheit ist und keinen Vergleich mit bekannteren Blumen scheuen muss, stelle ich in meinen Gesprächen mit vielen von Ihnen fest, dass eigentlich niemand diese Blume wahrnimmt, obwohl sie wie auf dem Präsentierteller ganz nah am Ufer an der Bahn 7 wächst. Zwischen dem 68er Abschlag und dem Schilfgrasgebiet blüht sie seit einigen Jahren und hat sich erfreulicher Weise gut vermehrt. Eine gute Gelegenheit, dieses Kleinod zu entdecken ist, wenn Sie Ihren zu kurz geschlagenen Ball im Uferbereich suchen. Aber dabei bitte den Uferbereich nicht betreten!

Schwanenblume 1

Schwanenblume 2

Im Februar 2021 Gerd Hardt GOLF & NATUR TEAM

Fotos von Gerd Hardt

In Kooperation mit dem DGV e.V - Deutscher Golf Verband als Dachorganisation. In Zusammenarbeit mit Bundesamt für Naturschutz und Greenkeeper Verband Deutschland e.V. sowie der Deutschen Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen. (DQS) Wissenschaftliche- und qualitätssichernde Begleitung durch Dr. Gunther Hardt.

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