Sie werden bemerkt haben, dass sich unsere Blumenwiesen ständig verändern und dass die Anzahl der blühenden Arten zunimmt. Das ist normal und schön. Eine Pflanze mit einem interessanten Namen ist der Blaue Natternkopf (Èchium vulgáre), der zu den Borretsch-Raublattgewächsen (Boragináceae) gehört. Wie schon der Familienname sagt, fühlt sich die Pflanze aufgrund der Behaarung von Stängel und Blättern rau an. Bekannteste Verwandte ist übrigens unser Vergissmeinnicht. Der Artname Natternkopf bezieht sich auf die Blütenform. Die aus der Blüte herausragenden Staubfäden erinnern an das Züngeln der Zunge einer Natter. Der Natternkopf ist eine alte Heilpflanze, die harntreibend, schweißtreibend, reinigend und hustenstillend wirkt. Angeblich soll sie auch bei Skorpionstichen und Epilepsie wirken! Die Blütezeit beginnt im Juni und endet im September.
Blauer Natterkopf
Sehr schön und häufig blüht jetzt auch der Wundklee, Gemeiner, Echter, Gewöhnlicher (Anthýllis vulnerária). Auch hier wird aus dem Namen schon deutlich, dass man die Pflanze früher zur Wundheilung verwendete. Natürlich kann ein Klee nicht „gemein“ sein. Der Namensbestandteil ist im Sinne von allgemein, häufig zu verstehen. Die Frucht ist eine Hülse in der sich die Samen befinden. Andere Hülsenfrüchtler und damit Verwandte sind Bohnen, Erbsen, Linsen. Gemeiner Wundklee
Die Wiesen-Glockenblume (Campánula pátula) ist ausnahmsweise mal keine Heilpflanze, sondern einfach nur schön. Sie ist in ganz Europa verbreitet und stammt ursprünglich wohl aus südosteuropäischen Steppen. Sie wird bis zu 60 cm groß und verblüht gegen Ende Juli. Die Bestäubung erfolgt hauptsächlich durch Bienen. Wiesen-Glockenblume
Einen sehr schönen Anblick bietet uns derzeit auch die Dornige Hauhechel (Onónis spinósa), ein Schmetterlingsblütengewächs. Es scheint als würde sie dem Betrachter ihre Blüten ganz bewusst entgegenstrecken. Allerdings ist Vorsicht geboten, da die Dornen nicht sofort ins Auge fallen und sehr schmerzhaft sein können. Nur schauen, nicht anfassen! Dorniger Hauhechel
Die Kornblume (Cyanus segetum) gehört zur Familie der Korbblütler. Die intensive blaue Farbe fällt sofort ins Auge. Leider ist sie nicht mehr so häufig anzutreffen wie zu früheren Zeiten und teilt damit das Schicksal vieler anderer wild lebender Pflanzen. Den Namen Kornblume verdankt sie der Tatsache, dass sie überwiegend an den Rändern von Getreidefeldern wuchs. Kornblume
Der Lein, Flachs (Linum usitatissimum) wurde bereits vor 6 Tausend Jahren für die Herstellung von Textilien verwendet. Heutzutage von der Baumwolle mehr oder weniger verdrängt ist aber das Leinöl als gutes Lebensmittel gefragt und im Wort Leinwand ist der Lein für immer präsent. Aber heute vordergründig erfreut uns das schöne Blau der der Blüte bestehend aus 5 Kronblättern. Früher waren sehr viele Felder bestanden mit dem blau blühenden Lein –so wie heute mit dem gelben Raps. Vielleicht kommt daher ja der Ausdruck von der Fahrt ins Blaue und wir müssten jetzt eigentlich von der Fahrt ins Gelbe sprechen? Übrigens, im Jahr 2005 war der Lein die Heilpflanze des Jahres.
Lein






Im Februar 2021 Gerd Hardt GOLF & NATUR TEAM
Fotos © Gerd Hardt
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